Reduktion von Verpackungen im Einzelhandel

Vor fünf Jahren hat die unabhängige Wählerinitiative Die Heidelberger das Konzept „Plastiktütenfreie Stadt“ erarbeitet, mit dem der Plastiktütenverbrauch um 70 % reduziert werden konnte. Zahlreiche Kommunen haben die Wählerinitiative seither kontaktiert und haben auf diesem Konzept aufgesetzt.

 

Um den hohen ökologischen Standards gerecht zu werden, die Heidelberg seit vielen Jahren vertritt, müssen weitere Felder angegangen werden. So hat die unabhängige Wählerinitiative Die Heidelberger nun beantragt, dass die Stadtverwaltung ein Konzept erarbeitet, mit dem Verpackungen im Einzelhandel reduziert werden können. Denn die Reduktion von Verpackungen (Plastik wie auch Papier) trägt einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz bei: Plastikverpackungen haben mit 35 % den größten Anteil am Kunststoffverbrauch; bei der Erzeugung und ggf. Recycling von Kunststoff werden erhebliche Mengen Energie benötigt und bei der Erzeugung dieser Energie entsteht CO2. Nicht recycelbare Kunststoffverpackungen werden verbrannt. Dadurch gelangt das CO2 in die Luft, das zuvor im Erdöl gespeichert war. Aber auch die Nachfrage nach Holz für die Papierproduktion ist eine Ursache für die globale Abholzung und somit auch für die Klimaerwärmung. Als drittgrößter Papierkonsument verbraucht Deutschland 250 kg Papier pro Jahr und Kopf – mehr als Afrika und Südamerika zusammen. Und Verpackungen machen 50 % des Papierbedarfs aus.

 

Andere Kommunen gehen beim Thema Verpackungen mit gutem Beispiel voran, so zum Beispiel die Stadt Brackenheim mit dem Konzept „KLIMAfair Einkaufen“. Dort gehen Kunden und Händler gemeinsam einen neuen Weg für den Klimaschutz: Kunden können mit einem Beutel oder Behälter einkaufen, den sie von zu Hause mitbringen. Der Einkauf (bzw. Verkauf) an der Frische- oder Bäckertheke geschieht hygienisch einwandfrei
 über ein Tablett-System.

 

Auch in Heidelberg gibt es Einzelhändler, die mit gutem Beispiel vorangehen: In einigen Metzgereien, Hofläden und zum Teil auch bei Discountern können eigene Mehrwegbehälter befüllt werden. Und in „Annas Unverpacktes“ wird ganz auf Verpackungen verzichtet. Ziel sollte es sein, dass noch viel mehr Einzelhändler ihre Waren unverpackt anbieten.

 

Der verpackungsfreie Einkauf bietet sich gerade bei den örtlichen Erzeugern an. Viele Produkte sind in Heidelberg gewachsen oder wurden hier aus regionalen Rohstoffen hergestellt. Die kurzen Transportwege verursachen deutlicher weniger CO2. Gleichzeitig werden die örtlichen Erzeuger und Händler mit regionalem Schwerpunkt gestärkt: Das ist wichtig für die Belebung der Innenstadt, für die Versorgung in den Stadtteilen und als Wirtschaftsfaktor.

 

Natürlich bedeutet der verpackungsfreie Einkauf eine Umstellung für die Kunden: Eine zusammenfaltbare Tragetasche hat heute vielleicht fast jeder bei sich, aber Mehrwegbehälter doch eher nicht. Der Einkauf will also geplant sein. Aber es ergeben sich auch Vorteile für die Kunden: Zu Hause fällt spürbar weniger Verpackungsmüll an, der gelagert und entsorgt werden – man spart Entsorgungskosten. Nicht zu vergessen die Vorteile für die Gesundheit:
 Das verpackungsfreie Angebot umfasst zum großen Teil frisch hergestellte und naturbelassene Lebensmittel.

 

Sicherlich kann auch auf längere Sicht nicht alles unverpackt angeboten werden und auch auf Kundenseite gibt es Lebensumstände, die es erschweren, unverpackt einzukaufen. Aber jede Plastikverpackung und jede Papierverpackung weniger

ist ein Schritt in die richtige Richtung. Deshalb sollte jetzt diese Richtung eingeschlagen werden. Gemeinsam wollen wir unser Klima schützen – für uns und die kommenden Generationen!     

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