Pressemitteilung zum Standort Betriebshof bzw. Bürgerentscheid Großer Ochsenkopf

Im Dezember 2018 hat der Heidelberger Gemeinderat die Entscheidung getroffen, den Betriebshof an den bestmöglichen Standort zu verlagern, an dem zeitnah ein zukunftsfähiger Betriebshof entstehen kann, um die RNV-Mitarbeiter von unzumutbaren Arbeitsbedingungen zu erlösen und den dringend nötigen ÖPNV-Ausbau zu ermöglichen. Der Große Ochsenkopf liegt optimal im Netz, dort kann ein Betriebshof entstehen, der groß genug und leistungsfähig ist.

 

Den Standort Großer Ochsenkopf durch den Bürgerentscheid zu verhindern ist unverantwortlich, denn dann wird in den nächsten zehn Jahren kein neuer Betriebshof gebaut werden und noch mehr Geld „zum Fenster hinausgeworfen“: 8 Mio. € müssen am alten Standort aufgewendet werden, nur um den weiteren Betrieb zu gewährleisten.

 

Airfield oder Speyrer Straße sind keine Alternative für einen neuen Betriebshof

Die Fläche Airfield steht der Stadt Heidelberg nicht zur Verfügung und müsste zunächst von der BIMA gekauft werden. Und mit dem Standort ist es nicht getan: Es müsste erst einmal eine Trasse dorthin gebaut werden, die durch über 100 Privatgrundstücke führt. Das sind äußerst langwierige Prozesse. Diese Zeit haben wir nicht. Und schließlich wäre eine solche Trasse wegen fehlender Haltestellen nicht förderfähig. Die Stadt Heidelberg und die Nutzer des ÖPNV müssten die notwendigen Millionenbeträge alleine stemmen; nicht zu vergessen die jährlichen Mehrkosten von 600.000 € für die 150.000 Leerkilometer, die natürlich auch unnötigen Energieverbrauch und zusätzlicher CO2-Ausstoß zur Folge haben. Und da die Landebahn nicht den Zuschnitt eines Betriebshofes hat ist es auch nicht korrekt, dass keine neuen Flächen versiegelt werden müssten.

 

Weil die GRÜNEN anscheinend eingesehen haben, dass ein Betriebshof am Standort Airfield in den nächsten zehn Jahren nicht zu realisieren ist, haben sie auf einmal umgeschwenkt auf einen Standort in Richtung Speyerer Straße – den Recyclinghof. Aber anscheinend hat hier niemand „über den Tellerrand“ hinaus gedacht: Der Recycling-Hof ist definitiv zu klein, so dass auch hier zusätzliche Flächen versiegelt werden müssten, auf denen sich heute Kleingärten, landwirtschaftlich genutzte Flächen und ökologisch wertvolle Biotope befinden, die zusammen größer sind als die Fläche am Großen Ochsenkopf. Hinzu kommt die klimaökologische Bedeutung des Areals: Im Stadtklimagutachten ist festgehalten, dass die über den zumeist landwirtschaftlich genutzten Freiflächen zwischen den Stadtteilen Kirchheim und Pfaffengrund produzierte Kaltluft für einen intensiven Luftaustausch der angrenzenden Stadtteilen notwendig sind. Wenn diese ökologischen Faktoren kompensiert werden sollen (durch begrüntes Dach, Tieferlegung etc., sind die Kosten der Realisierung an dieser Stelle nicht geringer als am Großen Ochsenkopf.

 

Die Fläche des Recyclinghofs selbst ist äußerst kritisch zu betrachten: Es handelt sich um eine ehemalige Kiesgrube, die als Deponie genutzt wurde. Niemand weiß, was sich dort im Untergrund befindet und ob bzw. ggf. mit welchem finanziellen Aufwand dort überhaupt ein Betriebshof entstehen könnte. Und hinzu käme wieder das Problem der Trasse: Es wäre der erste Betriebshof, zu dem keine Schienen führen!

 

Da viele Menschen das Kirchheimer Feld zwischen Airfield und Speyrer Straße nicht zu kennen scheinen und es deshalb als alternative Fläche ansehen, an der zeitnah ein Betriebshof entstehen könnte, laden die bürgerlichen Fraktionen des Heidelberger Gemeinderates (CDU, FDP, FWV und Die Heidelberger) mit der SPD Pfaffengrund zur Vorort-Begehung mit Erstem Bürgermeister Odszuck am 17.07.2019 um 17: 30 Uhr ein, Treffpunkt ist die Landebahn Airfield (vom Diebsweg aus in Richtung Bahnstadt).

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