Pressetermin zum Thema „Verbrauch von landwirtschaftlich genutzten Flächen in Heidelberg

 

Die unabhängige Wählerinitiative Die Heidelberger hat am Montag, den 09.12.2019, zu einem Pressetermin zum Thema „Verbrauch von landwirtschaftlich genutzten Flächen in Heidelberg“ eingeladen


Jüngst mussten die Heidelberger Bürger aus der Presse erfahren, dass die Stadt Heidelberg ohne jede öffentliche Information, geschweige denn Diskussion faktisch entschieden hat, dass das Land das landwirtschaftlich genutzte Gewann Gäulschlag mit 16,4 ha in Kirchheim als Fläche für ein neues Ankunftszentrum erhalten soll. Wenige Tage später war der Presse zu entnehmen, dass für die Entwicklung des PHV – ohne vorherige Bürgerbeteiligung – weitere 18 ha landwirtschaftliche Flächen in Anspruch genommen werden sollen. Am Harbigweg in Kirchheim soll längerfristig eine ähnlich große landwirtschaftlich genutzte Fläche für Wohnbebauung genutzt werden. Damit würden in Kirchheim rund 50 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche verloren gehen. Die Enttäuschung der Kirchheimer Landwirte ist groß. „Die Heidelberger“ fragen sich, wie sich das mit den Klimazielen der Stadt Heidelberg verträgt und möchten die Kirchheimer Landwirte im Rahmen eines Pressetermins zu Wort kommen lassen, damit auch diese Gehör finden.

„Die Heidelberger“ sind beispielsweise im Forum Masterplan Neuenheimer Feld vertreten. Volker Kaltschmitt aus Kirchheim ist für den Kreisbauernverband ebenfalls Mitglied in diesem Gremium und wird bestätigen, dass dort alle Mitglieder bemüht sind, dass so behutsam wie möglich mit dem Verbrauch von landwirtschaftlichen Flächen umgegangen wird. Da wundert es doch sehr, wie leichtfertig mit dem Verbrauch von landwirtschaftlichen Flächen in Kirchheim umgegangen wird – und zwar in ganz anderen Dimensionen. Der fruchtbare Ackerboden soll hier unwiederbringlich zerstört werden.

Die Grünen fordern zwar, dass die Flächen, die bebaut werden, komplett ausgeglichen werden, und gaukeln der Öffentlichkeit damit vor, dass an anderer Stelle neue landwirtschaftliche Flächen entstehen. Die Antwort auf die Frage, wo und wie das möglich sein soll, bleiben sie jedoch schuldig. Fakt ist, dass auch durch Ausgleichsmaßnehmen keine neuen landwirtschaftlichen Flächen in Heidelberg entstehen werden, wenn die Flächen in Kirchheim wegfallen.

Die Stadt Heidelberg rühmt sich Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit zu sein. Gerade wurde ein Klimaschutz Aktionsplan mit 30 Punkten verabschiedet.
Der Schutz von Biodiversität und Klima scheint hier auf einmal außer Acht gelassen zu werden. Und was ist mit der Förderung von regionaler Vermarktung?
Welche Nahrungsmittel haben eine bessere Ökobilanz als die, die hier vor Ort angebaut werden? Die im Bio-Supermarkt angebotenen Nahrungsmittel von anderen Kontinenten sicherlich nicht!

Zum Thema Ankunftszentrum möchten „Die Heidelberger“ festhalten, dass sie den Gäulschlag nicht für geeigneter halten als die Fläche Wolfsgärten.  Wenn man sich die Fläche einmal genau anschaut, sieht man, dass sie ebenso isoliert zwischen Autobahn, Bundesstraße und Schnellstraße liegt. Hier ist es ebenso schwierig, die Teilhabe am Leben in der Stadt zu ermöglichen.

„Die Heidelberger“ halten tatsächlich keinen der Standorte für ideal und finden es enttäuschend, dass das Land nicht auch außerhalb von Heidelberg gesucht hat. Es gibt in Baden-Württemberg bereits versiegelte Flächen bzw. vorhandene Gebäude, die genutzt werden könnten, ohne landwirtschaftliche Flächen zu versiegeln, und weniger isoliert liegen.

Unter den gegebenen Umständen würden sich „Die Heidelberger“ für die Wolfsgärten aussprechen, da die Fläche dort für die vereinbarte Anzahl von Personen ausreichend ist und nicht ohne Grund die doppelte landwirtschaftliche Fläche geopfert werden müsste, da ohnehin kaum Ausgleichsflächen vorhanden sind. Der Oberbürgermeister hat uns bereits darauf hingewiesen, dass das Land nicht etwa nur an 8 ha der Fläche Gäulschlag interessiert wäre, sondern an einer größeren Fläche und auch mehr Personen dort unterbringen möchte. Aus diesem Grund spricht sich auch der OB für die Fläche Wolfsgärten aus.

Die SPD hat zwar den Antrag gestellt, dass die Fläche und auch die Personenzahl für ein Ankunftszentrum auf der Fläche Gäulschlag begrenzt werden soll. Aber das Vertrauen in die Landesregierung hatten sehr gelitten, da sie sich beim Thema Ankunftszentrum bisher wenig an Vereinbarungen gehalten hat.

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