Pressemitteilung vom 21.07.2020 zum Masterplan Neuenheimer Feld

Dieses Verfahren ist angelegt als das bisher umfangreichste und gründlichste Bürgerbeteiligungsverfahren in Heidelberg, ausdrücklich mit vom GR beschlossenen Vorgaben, die bei den Entwürfen einzuhalten sind, aber ansonsten ergebnisoffen angelegt mit dem Ziel der Planung der Zukunft des Neuenheimer Feldes und der dortigen wissenschaftlichen Einrichtungen. 

 

Die beauftragten Planungsbüros haben dazu offen Ihre Ideen entwickelt und zur Diskussion gestellt. Allerdings hat sich im Laufe des Verfahrens immer deutlicher gezeigt, dass bestimmte Kreise dieses dazu nutzen wollten, ihre von Anfang an festgelegten Ansichten und Ziele durchzusetzen, u.a. die Verhinderung, überhaupt darüber nachzudenken oder zu prüfen, ob eine möglichen Überplanung des Hühnersteins und einer 5. Neckarquerung infrage kommen könnten.

 

Das Verhalten in den Forumssitzungen war geprägt durch ein offenes Misstrauen  gegenüber allem, was von der Stadtverwaltung und der Universität eingebracht wurde und gekennzeichnet durch das Bemühen, bereits vorgefasste Meinungen in einem  Forum durchzusetzen, welches eigentlich ergebnisoffen diskutieren sollte.

 

Der Koordinationsbeirat widerstand u.a. dem Ansinnen, im Forum Abstimmungen durchzuführen. Dennoch wird nun versucht, eine angebliche Mehrheitsempfehlung des Forums für das Konzept Höger zu konstruieren. Dagegen hat sich der Koordinationsbeirat zu Recht gewehrt mit seiner Stellungnahme, deren Inhalt wir vollständig teilen und mit der er keinesfalls seine neutrale Stellung verlassen hat, sondern nur zur Richtigstellung unkorrekter Aussagen beiträgt.

 

Dass nun das Konzept Höger entgegen der Empfehlung der Fachleute durchgesetzt werden soll – und sich dafür eine GR-Mehrheit zu finden scheint - ist zwar insoweit logisch, jedoch widerspricht dies zum Teil deutlich den für alle Planungsbüros vorgegebenen Planungsvorgaben und den Vereinbarungen zwischen Land, Uni und Stadt, die der GR aber so beschlossen hatte, so z.B.: der frei zu lassende 60 m- Abstand zum Neckar ist mehrfach überbaut, Geschossflächen zum Aufenthalt von arbeitenden Menschen werden in den Keller verlegt und die Vereinbarung über eine Straßenbahntrasse wird ignoriert. Ein Fortgang der Konsolidierungsphase mit zwei völlig divergierenden Entwürfen führt ersichtlich doch nur dazu, dass am Ende eine „Kampfabstimmung“ über zwei völlig unterschiedliche Entwürfe anstehen wird. Der Vorschlag der Projektträger, auf der Grundlage des Entwurfs ASTOC weiter zu planen, vermeidet dies, wobei doch unstreitig ist, dass Planungsansätze der anderen 3 Planungsbüros mitberücksichtigt werden können und sollen – also auch von Höger. 

 

Ziel des gesamten Verfahrens war doch, vor dem Hintergrund einer bis dahin verhärteten Konstellation eine Konsenslösung zu finden und nicht die alten Gegensätze wieder aufeinander prallen zu lassen. Aber genau diesen Weg bestreitet der Änderungsvorschlag, mit 2 Planungsansätzen weiter zu verfahren! 

 

Genau das muss jetzt verhindert werden, denn ansonsten stehen wir wieder genau da, wo wir angefangen haben – und ohne Lösung !