Unterbindung zunehmender Verstöße gegen Rechtsvorschriften im landwirtschaftlichen Bereich

Auf Feld und Flur macht sich seit März 2020 ein höheres Personenaufkommen bemerkbar.

 

Spaziergänger, Radfahrer, Freizeitsportler sowie Hundehalter suchen Erholung in der Natur. Gleichzeitig gehen die Landwirte ihrer Arbeit nach.

 

Die Stadtverwaltung soll Lösungsvorschläge erarbeiten, um die zunehmenden Verstöße gegen Rechtsvorschriften im landwirtschaftlichen Bereich und daraus hervorgehender Beeinträchtigung von Landwirten/innen, landwirtschaftlichen Kulturen und geschützten Biotopen zu unterbinden. Bestandteile könnten vermehrte Kontrollen des ruhenden und fließenden Verkehrs sein sowie eine öffentlichkeitswirksame Aufklärungskampagne.

 

Für ein gutes Miteinander auf Feld und Flur sind jedoch Regeln zu berücksichtigen, wie z.B.:

1) Landwirtschaftlich genutzte Flächen dürfen laut Landesnaturschutzgesetz während der Nutzzeit

(in der Regel zwischen Saat und Ernte, bei Grünland die Zeit des Aufwuchses und der Beweidung) nicht betreten werden – egal ob sie eingezäunt sind oder nicht.

 

2) Feld- und Wiesenwege haben viele Funktionen. Für die Landwirte/innen führen diese in erster Linie zu ihren Arbeitsplätzen, auf denen sie regionale Lebensmittel und Futter für Tiere erzeugen. Landwirtschaftliche Maschinen sind breit und schwer zu manövrieren – ihnen sollte Vorfahrt gewährt werden. Freizeitsportlern oder Spaziergängern fällt es leichter, auf den Randstreifen auszuweichen. Parkende Fahrzeuge erschweren ebenfalls oft die Arbeit der Landwirte/innen.

 

3) Die Beschilderung ‚Landwirtschaftlicher Verkehr frei‘ ist zu beachten – solche Wege dürfen nach Straßenverkehrsordnung von privaten Fahrzeugen nicht befahren werden.

 

4) Frei laufende Hunde können Weidetiere in Panik versetzen und Wildtiere sowie Vögel aufschrecken. Sie sollten weiterhin nicht auf bestellten Ackerflächen oder Wiesen rennen.

Sollte dies nicht gewährleistet werden können, sollten sie besser an der Leine geführt werden. Hinterlassenschaften von Hunden auf Wiesen und Äckern, auf denen Lebens- und Futtermittel erzeugt werden, können nicht toleriert werden. 

 

5) Wiesen und Felder sind keine Müllhalden: Weggeworfene Flaschen, vergessenes Hundespielzeug, Einwegverpackungen, Scherben oder Dosen können ins Futter von Nutztieren gelangen und die Tiere lebensgefährlich verletzen, ebenso Wildtiere. Außerdem können diese Gegenstände teure Schäden an Maschinen verursachen.

 

6) Respektvolles Miteinander anstatt Anfeindungen: Landwirte sind leider vermehrt Anfeindungen

aus der Bevölkerung ausgesetzt. Vor allem wenn gedüngt wird oder Pflanzenschutz betrieben wird. Statt Anfeindungen sollte eher der Dialog gesucht werden. Die Landwirte sind für Fragen offen und erklären gerne, was sie tun und warum.

 

Die Heidelberger Landwirte beteiligen sich gerne an der Erarbeitung der Lösungen und können v.a. die kritischen Bereiche in den Stadtteilen identifizieren, um den Aufwand zu reduzieren.

Diesen Antrag haben wir gemeinsam mit der CDU Heidelberg gestellt. Die Stadtverwaltung schlägt vor, das Thema im Mai zu beraten. Wir haben jedoch darauf gepocht, dass hier schon früher Handlungsbedarf besteht.

 

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