19. September 2026 | Aktuelles

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Denkmal­schutz hautnah in Heidelberg!

Am 12. September war wieder bundes­weiter Tag des offenen Denkmals! Jedes Jahr eine großartige Gelegenheit, um das Bewusstsein für das histo­rische Erbe zu schärfen und im Alltag genauer hinzu­sehen. Eine Führung durch die Weststadt mit Bernd Müller (Leitender Baudi­rektor a. D. des Univer­si­täts­bauamts und heute Ortsku­rator der Deutschen Stiftung Denkmal­schutz) bot dazu den perfekten Rahmen.

Faszi­nierend war der Blick auf die Anfänge des Viertels in der Gründerzeit. Nach dem Bahnhofsbau ab 1840 siedelten sich erst Fabriken an. Die folgende Wohnbe­bauung entlang alter Feldwege startete recht krumm und chaotisch. Erst durch die Planungen von Reinhard Baumeister entwi­ckelte sich das struk­tu­rierte Wohnquartier, das wir heute kennen. Seine städte­bau­liche Leistung verdient dauer­hafte Sicht­barkeit: Es wäre ein starkes Zeichen, den Platz, auf den die ehemalige Endemann­straße (heute Emil-Henk-Straße) zuläuft, nach ihm zu benennen.

Gerade diese gewachsene Historie zeigt, wie wichtig Identität für das Stadtbild ist. Beim Blick auf die jüngsten Straßen­um­be­nen­nungen wird deutlich, dass das pauschale Tilgen von Namen und das Übergehen der betrof­fenen Anwohner bei der Namens­gebung der falsche Weg sind. Eine histo­rische Erläu­terung direkt am Straßen­schild nach dem Karls­ruher Modell wäre die bürger­freund­li­chere und kosten­güns­tigere Lösung. Zur Denkmal­pflege im Detail gehören auch Elemente wie die letzten Heidel­berger Gasla­ternen, deren techni­sches Erbe wir dauerhaft sichern müssen.

Die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmal­schutz leistet einen unschätz­baren Beitrag für unsere Stadt­iden­tität und ist jede Unter­stützung wert. Ein großes Danke­schön an Bernd Müller für die tiefen Einblicke vor Ort!