Aufgrund sinkender Kinderzahlen geht der Betreuungsbedarf in den Heidelberger Kitas zurück. Vor diesem Hintergrund hat die Stadtverwaltung entschieden, städtisch betriebene Einrichtungen zu schließen. Bedauerlicherweise wurde der Gemeinderat in diese bisherige Entscheidungsfindung nicht eingebunden.
Es ist nachvollziehbar, dass die Entscheidung darüber, welche Kindertagesstätten geschlossen werden, auf sachlichen und wirtschaftlichen Kriterien basieren muss. Dass die Kita in der Adolf-Engelhardt-Straße aufgrund ihrer maroden Bausubstanz hierbei an erster Stelle steht, überrascht kaum.
Dennoch wirft das Vorgehen Fragen auf: Nach den bisherigen Informationen für die Elternseite war bis Anfang Oktober davon auszugehen, dass die Einrichtung noch bis zum KITA-jahr 2027/2028 weitergeführt wird. Zwar wurde bereits vorab eine Gruppe aufgelöst, für die verbleibende Zeit war jedoch ein zweigruppiger Betrieb vorgesehen. Auf Nachfrage der Eltern im Juli 2026 teilte die KITA-Leitung per E‑Mail lediglich mit, dass keine weiteren Informationen vorlägen und die Entscheidung über eine vorzeitige Schließung beim Träger liege. Hierbei muss betont werden, dass der Träger die Stadt Heidelberg selbst und damit der Arbeitgeber der Erzieherinnen ist.
Entgegen allen vorherigen Annahmen haben die Eltern nun Anfang Oktober per E‑Mail erfahren, dass die Kita bereits Ende Juli 2027 endgültig geschlossen werden soll. Ein Elternabend ist für Mitte Oktober geplant – zu einem Zeitpunkt, an dem die Betroffenen mit vielen offenen Fragen konfrontiert sind.
Der aktuelle Umgang mit den Eltern, den Kindern sowie den Mitarbeitern und Erzieherinnen ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir sind überzeugt, dass sich eine bessere Lösung für alle Beteiligten hätte finden lassen. Warum wurde beispielsweise nicht die komplette Einrichtung (alle drei ursprünglichen Gruppen) in die neu gebaute städtische Kita in der Schwetzinger Straße verlagert? Dorthin wurden stattdessen die zwei Gruppen aus dem Franzosengewann umgesiedelt, obwohl diese Einrichtung wesentlich jünger und baulich in einem deutlich besseren Zustand ist als das Gebäude in der Adolf-Engelhardt-Straße.
Diese für uns schlecht vorbereiteten Maßnahmen bedeuten für die Kinder, Erzieherinnen und Eltern beider Einrichtungen tiefgreifende und einschneidende Veränderungen. Dadurch entsteht eine Unruhe, die sich zumindest teilweise hätte vermeiden lassen.
Wir hoffen sehr, dass die Zeit bis Mitte Oktober nun vonseiten der Stadt intensiv genutzt wird, um tragfähige Lösungen zu erarbeiten – insbesondere für diejenigen betroffenen Eltern, deren Kinder im Herbst 2027 noch nicht eingeschult werden, sondern ein weiteres Jahr in der Kita verbleiben.
