8. Oktober 2026 | Aktuelles, Familie & Soziales

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Geplante Schließung der städti­schen Kinder­ta­ges­stätte Adolf-Engel­hardt-Straße

Aufgrund sinkender Kinder­zahlen geht der Betreu­ungs­bedarf in den Heidel­berger Kitas zurück. Vor diesem Hinter­grund hat die Stadt­ver­waltung entschieden, städtisch betriebene Einrich­tungen zu schließen. Bedau­er­li­cher­weise wurde der Gemein­derat in diese bisherige Entschei­dungs­findung nicht einge­bunden.

Es ist nachvoll­ziehbar, dass die Entscheidung darüber, welche Kinder­ta­ges­stätten geschlossen werden, auf sachlichen und wirtschaft­lichen Kriterien basieren muss. Dass die Kita in der Adolf-Engel­hardt-Straße aufgrund ihrer maroden Bausub­stanz hierbei an erster Stelle steht, überrascht kaum.

Dennoch wirft das Vorgehen Fragen auf: Nach den bishe­rigen Infor­ma­tionen für die Eltern­seite war bis Anfang Oktober davon auszu­gehen, dass die Einrichtung noch bis zum KITA-jahr 2027/2028 weiter­ge­führt wird. Zwar wurde bereits vorab eine Gruppe aufgelöst, für die verblei­bende Zeit war jedoch ein zweigrup­piger Betrieb vorge­sehen. Auf Nachfrage der Eltern im Juli 2026 teilte die KITA-Leitung per E‑Mail lediglich mit, dass keine weiteren Infor­ma­tionen vorlägen und die Entscheidung über eine vorzeitige Schließung beim Träger liege. Hierbei muss betont werden, dass der Träger die Stadt Heidelberg selbst und damit der Arbeit­geber der Erzie­he­rinnen ist.

Entgegen allen vorhe­rigen Annahmen haben die Eltern nun Anfang Oktober per E‑Mail erfahren, dass die Kita bereits Ende Juli 2027 endgültig geschlossen werden soll. Ein Eltern­abend ist für Mitte Oktober geplant – zu einem Zeitpunkt, an dem die Betrof­fenen mit vielen offenen Fragen konfron­tiert sind.

Der aktuelle Umgang mit den Eltern, den Kindern sowie den Mitar­beitern und Erzie­he­rinnen ist für uns nicht nachvoll­ziehbar. Wir sind überzeugt, dass sich eine bessere Lösung für alle Betei­ligten hätte finden lassen. Warum wurde beispiels­weise nicht die komplette Einrichtung (alle drei ursprüng­lichen Gruppen) in die neu gebaute städtische Kita in der Schwet­zinger Straße verlagert? Dorthin wurden statt­dessen die zwei Gruppen aus dem Franzo­sen­gewann umgesiedelt, obwohl diese Einrichtung wesentlich jünger und baulich in einem deutlich besseren Zustand ist als das Gebäude in der Adolf-Engel­hardt-Straße.

Diese für uns schlecht vorbe­rei­teten Maßnahmen bedeuten für die Kinder, Erzie­he­rinnen und Eltern beider Einrich­tungen tiefgrei­fende und einschnei­dende Verän­de­rungen. Dadurch entsteht eine Unruhe, die sich zumindest teilweise hätte vermeiden lassen.

Wir hoffen sehr, dass die Zeit bis Mitte Oktober nun vonseiten der Stadt intensiv genutzt wird, um tragfähige Lösungen zu erarbeiten – insbe­sondere für dieje­nigen betrof­fenen Eltern, deren Kinder im Herbst 2027 noch nicht einge­schult werden, sondern ein weiteres Jahr in der Kita verbleiben.