2. Oktober 2026 | Aktuelles, Haushalt & Finanzen

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Warum eine Klausur­tagung des Gemein­de­rates gerade jetzt wichtig ist

Im Heidel­berger Gemein­derat war es in den letzten Jahrzehnten immer Usus, dass es zu Beginn einer Legis­la­tur­pe­riode und vor der Haushalts­ein­bringung eine Klausur­sitzung mit einer Übernachtung gab. Diese waren sehr sinnvoll und effektiv, da mit jeder Legis­la­tur­pe­riode ca. 50 % neue Mitglieder im Gemein­derat sind, die so die Möglichkeit hatten, sich möglichst effizient in Arbeits­gruppen in Themen einzu­ar­beiten und sich nebenbei auch besser kennen­zu­lernen. Leider gab es weder zu Beginn der Legis­la­tur­pe­riode 2024 eine derartige Klausur­tagung noch zu den Haushalts­be­ra­tungen 2025/2026. Mit dem Ergebnis, dass vielen Gemein­de­rats­mit­gliedern diese Infor­ma­tionen fehlten. Deshalb hat der Gemein­derat nach den schweren Beratungen zum Haushalt 2025/2026 explizit wieder eine Klausur­tagung mit Übernachtung gefordert.

Es ist wissen­schaftlich belegt, dass Klausur­ta­gungen außerhalb des gewohnten Umfeldes mit Übernachtung Vorteile bringen. Routinen werden durch­brochen, es wird anders kommu­ni­ziert und zusam­men­ge­ar­beitet. Wir werden weniger abgelenkt als in der gewohnten Umgebung und es ist schwerer möglich, sich auszu­klinken. Auch das Abend­pro­gramm hat seine Wirkung. Wir können nach dem Abend­essen noch in gemüt­licher Runde zusam­men­sitzen und neben den Haushalts­themen auch andere Dinge besprechen. Alle bleiben vor Ort und niemand muss schnell los, um noch einen anderen Termin wahrzu­nehmen oder um nach Hause zu gehen. Themen und Problem­stel­lungen, die zunächst unlösbar scheinen, können wir über Nacht sacken lassen und am nächsten Tag neu angehen. Wir können auch aus unserer beruf­lichen Erfahrung sagen, dass wir gerade in schwie­rigen Zeiten bzw. bei schwie­rigen Problem­stel­lungen an einigen gewinn­brin­genden Klausuren teilge­nommen haben.

Vor zwei Wochen fand zum Beispiel auch eine Klausur­tagung der Führungs­kräfte der Stadt­ver­waltung statt. Uns wurde von mehreren Personen berichtet, wie wichtig, infor­mativ und gewinn­bringend diese intensive Arbeit gerade in dieser heraus­for­dernden Zeit war. Mehrere Amtsleiter haben uns davon berichtet, dass diese Tagung eine Zäsur war und nun alle die Lage besser verstehen.

Aus den oben genannten Gründen und wegen unserer Erfah­rungen aus den vergan­genen Haushalts­struk­tur­sit­zungen halten wir eine Klausur­tagung im Rathaus nicht für sinnvoll und sehen in der Übernachtung viele Vorteile. Ein Hotel mit ausrei­chend Einzel­zimmern für alle Teilnehmer und Konfe­renz­mög­lich­keiten für die Arbeits­gruppen zu finden, ist gar nicht so einfach und kaum günstiger zu bekommen als in der nun gewählten Variante. Wer das Heidel­berger Kongress­zentrum als Alter­na­tivort vorschlägt, denkt naiver Weise, wir könnten dieses an einem belie­bigen Wochenende zum Nulltarif nutzen. Uns sind die Kosten für die dortigen Räumlich­keiten, Personal und Catering bekannt.

Der Beginn der Klausur­tagung wahr ursprünglich früher angesetzt, das hätten wir sehr begrüßt. Leider musste die Feier zur Vollendung der Baumaß­nahme Dossen­heimer Landstraße wegen des Staats­se­kretärs auf den Mittag verschoben werden, so dass wir erst später am Freitag starten können. Davon profi­tieren immerhin die Berufs­tä­tigen und wir bleiben am Samstag etwas länger als bei den bishe­rigen Klausur­ta­gungen.

Unsere Fraktion befür­wortet die Klausur­tagung mit Übernachtung geschlossen, die Mehrheit nimmt mit Übernachtung daran teil. Ein Boykott der Haushalts­klausur ist in jedem Fall kontra­pro­duktiv, schadet dem Verfahren und hat der Verwaltung in den letzten Wochen schon viel Aufwand bereitet!