8. Februar 2026 | Aktuelles, Verkehr

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Die Verbindung bleibt – ein Weg, der nicht verschwinden darf

Es ist ein unschein­barer Weg, doch für viele Menschen längst unver­zichtbar: die Verbindung zwischen dem Wieblinger Weg und dem Bahnbe­triebswerk. Seit den frühen 2000er-Jahren schlängelt sich hier eine wichtige Fuß- und Radroute unter den Gleisen hindurch – täglich genutzt, fast selbst­ver­ständlich. Doch genau diese Selbst­ver­ständ­lichkeit stand plötzlich auf dem Spiel.

Auslöser ist der viergleisige Ausbau der Bahnstrecke nach Mannheim. Im Zuge dieser Großmaß­nahme plante die Deutsche Bahn AG, einen alten Vertrag aus den Jahren 1925/26 zu kündigen. Er verpflichtet die Bahn bis heute zur Unter­haltung der nördlichen Eisen­bahn­un­ter­führung – obwohl diese für den Bahnbe­trieb längst keine Rolle mehr spielt. Mit der Kündigung wäre das Schicksal des Weges besiegelt gewesen: Verfüllung der Unter­führung, Abbruch der Verbindung, ein Stück Alltag verschwunden.

Doch die Stadt Heidelberg wollte das nicht hinnehmen. Der Weg ist mehr als Beton und Asphalt – er verbindet Stadt­teile, verkürzt Wege, schafft Sicherheit für Radfah­rende und Fußgänger. Im Stadt­ent­wick­lungs- und Bauaus­schuss wurde daher einstimmig eine Verein­barung beschlossen, die den Fortbe­stand der Verbindung sichert.

Konkret bedeutet das: Das nördliche Bauwerk geht in das Eigentum der Stadt über. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH übernimmt künftig die Instand­haltung – finan­ziert von der Stadt. Als Ausgleich zahlt die Deutsche Bahn einen Ablöse­betrag von 210.000 Euro, verteilt auf drei Jahre. Geld, das den ursprüng­lichen Herstel­lungs­kosten entspricht und das die Bahn durch die Übergabe einspart.

So bleibt der Weg erhalten. Still, funktional – und doch ein kleines Beispiel dafür, wie wichtig es ist, genau hinzu­schauen, bevor man Verbin­dungen kappt, die eine Stadt zusam­men­halten.