15. April 2026 | Aktuelles, Bauen

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Gasla­ternen erhalten statt teuer ersetzen

Bei der Diskussion um die letzten Gasla­ternen in Heidelberg geht es nicht um veraltete Technik, sondern um 22 Zeitzeugen unserer Stadt­ge­schichte. Seit über 150 Jahren prägen sie das Stadtbild. Sie stammen aus der Zeit, als Robert Bunsen hier forschte und die Grund­lagen moderner Gas- und Verbren­nungs­technik legte. Sein Schüler Carl Auer von Welsbach machte das Gaslicht später weltweit leistungs­fähig. Dieses Erbe ist bis heute sichtbar.

Die Verwaltung bestätigt selbst: Der CO₂-Anteil dieser 22 Leuchten ist „nicht signi­fikant“. Trotzdem sollen rund 240.000 Euro inves­tiert werden, ohne dass der Stadt Einspa­rungen entstehen. Das ist weder wirtschaftlich noch sinnvoll priori­siert.

Für eine normge­rechte LED-Ausleuchtung wären zusätz­liche Leuchten nötig. Damit ginge genau das verloren, was diese Laternen ausmacht: ihr histo­ri­sches Lichtbild.

Andere Städte erhalten Gasla­ternen bewusst als Wahrzeichen. Heidelberg hingegen würde ein Stück eigener Wissen­schafts- und Technik­ge­schichte aufgeben.

Gerade als Wissen­schafts- und Kultur­stadt sollten wir dieses Erbe erhalten, statt es für 240.000 Euro endgültig aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen. Diese 22 Gasla­ternen sind kein Kosten­problem, sondern ein identi­täts­stif­tendes Freilicht­museum. Unser Ziel bleibt: sinnvoll inves­tieren, Identität bewahren und Entschei­dungen fakten­ba­siert treffen.