Seit nunmehr 30 Jahren gedenken die Menschen am 27. Januar weltweit den Opfern des Nationalsozialismus, so auch die Stadt Heidelberg.
Das Heidelberg Duo Neomore eröffnete die Veranstaltung gefühlvoll mit „Sound of Silence“. Bürgermeister Jürgen Odszuck sprach mit eindringlichen Worten über die Schicksale der Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen während der Zeit des Nationalsozialismus. Die drastischste Folge war die Deportation nach Grafeneck, eine Tötungsanstalt auf der Schwäbischen Alb, wovon auch 250 – 300 Heidelberger betroffen waren.
„Eine Linie ziehen von da nach hier. Verbindungen herstellen, wo sich keiner Verbindung wünscht.“ Kathrin Bauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Grafenau, verdeutlichte am Beispiel von Elisabeth Toni Johanna von der Goltz das Schicksal einer jungen Frau, die in Heidelberg gelebt hat. Wegen depressiver Verstimmungen kam sie nach Wiesloch und wurde von dort nach Grafeneck deportiert und dann ermordet. Frau Bauer bemerkte treffend, dass man auch heute eine Linie ziehen muss, denn immer noch werden Menschen diskriminiert.
Um die Euthanasie-Verbrechen der NS-Zeit ins kollektive Gedächtnis zurückzuholen, hat die Dramaturgin des Heidelberger Theaters, Jana Gmelin, ein inklusives Theaterprojekt „Ein Platz im Gedächtnis“ ins Leben gerufen. Mit einem Ausschnitt aus dem letzten Viertel zeigten uns behinderte und nicht behinderte Schauspieler, dass die sehr dünnen Akten der Opfer wenige Erinnerungen hinterlassen haben. Aber dennoch waren sie Menschen, derer man sich erinnern muss.
Im Anschluss gab es noch einen eindringlichen Inklu-Slam des Aktionsbündnisses Inklusion, die mit ihrem Banner „Wir brauchen jede Perspektive“ verdeutlichten, dass alle Menschen unterschiedlich sind und trotzdem gleich viel wert sind. Inklusion sollte immer selbstverständlich sein.
Den Abschluss dieser Gedenkstunde untermalte erneut das Duo Neomore mit dem so passenden Song „Stand by me“.
