29. Januar 2026 | Aktuelles

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Gedenk­stunde für die Opfer des Natio­nal­so­zia­lismus

Seit nunmehr 30 Jahren gedenken die Menschen am 27. Januar weltweit den Opfern des Natio­nal­so­zia­lismus, so auch die Stadt Heidelberg.

Das Heidelberg Duo Neomore eröffnete die Veran­staltung gefühlvoll mit „Sound of Silence“. Bürger­meister Jürgen Odszuck sprach mit eindring­lichen Worten über die Schicksale der Menschen mit Behin­de­rungen oder psychi­schen Erkran­kungen während der Zeit des Natio­nal­so­zia­lismus. Die drastischste Folge war die Depor­tation nach Grafeneck, eine Tötungs­an­stalt auf der Schwä­bi­schen Alb, wovon auch 250 – 300 Heidel­berger betroffen waren.

„Eine Linie ziehen von da nach hier. Verbin­dungen herstellen, wo sich keiner Verbindung wünscht.“ Kathrin Bauer, wissen­schaft­liche Mitar­bei­terin der Gedenk­stätte Grafenau, verdeut­lichte am Beispiel von Elisabeth Toni Johanna von der Goltz das Schicksal einer jungen Frau, die in Heidelberg gelebt hat. Wegen depres­siver Verstim­mungen kam sie nach Wiesloch und wurde von dort nach Grafeneck depor­tiert und dann ermordet. Frau Bauer bemerkte treffend, dass man auch heute eine Linie ziehen muss, denn immer noch werden Menschen diskri­mi­niert.

Um die Eutha­nasie-Verbrechen der NS-Zeit ins kollektive Gedächtnis zurück­zu­holen, hat die Drama­turgin des Heidel­berger Theaters, Jana Gmelin, ein inklu­sives Theater­projekt „Ein Platz im Gedächtnis“ ins Leben gerufen. Mit einem Ausschnitt aus dem letzten Viertel zeigten uns behin­derte und nicht behin­derte Schau­spieler, dass die sehr dünnen Akten der Opfer wenige Erinne­rungen hinter­lassen haben. Aber dennoch waren sie Menschen, derer man sich erinnern muss.

Im Anschluss gab es noch einen eindring­lichen Inklu-Slam des Aktions­bünd­nisses Inklusion, die mit ihrem Banner „Wir brauchen jede Perspektive“ verdeut­lichten, dass alle Menschen unter­schiedlich sind und trotzdem gleich viel wert sind. Inklusion sollte immer selbst­ver­ständlich sein.

Den Abschluss dieser Gedenk­stunde unter­malte erneut das Duo Neomore mit dem so passenden Song „Stand by me“.